Polarforscher und andere Sinnsucher
Literarische Gottesdienst-Reihe „Große Worte. Geschichten für ein besseres Leben“ mit Pfarrer Michael Becker
Ein Jugendbuch, das Tagebuch eines UN-Generalsekretärs: Pfarrer Michael Becker hat für die literarische Gottesdienst-Reihe „Große Worte. Geschichten für ein besseres Leben“ wieder in seinen Bücherschrank gegriffen. Nach der Startveranstaltung Ende August stellt Becker an weiteren drei Sonntagen im September Werke aus jüngerer und jüngster Literatur zu den Themen Wahrheit, Liebe, Tod und Gnade vor. Werke von Sten Nadolny, Guus Kuijer, Philip Roth und Dag Hammarskjöld verknüpft er mit Bibelzitaten. Bekannte Kirchenlieder in der Auswahl von Kantor Martin Wenning kommen hinzu. „Wir wollen Welt einatmen und danach ein wenig klarer sehen“, sagt Becker. Gemeinsam mit Wenning lädt er zu Gottesdiensten ein am:
4., 11. und 18. September, von 10 bis 11 Uhr,
in der Mutterhauskirche
im Kurhessischen Diakonissenhaus
Goethestraße 85, 34119 Kassel.
Termine und Programm:
„Große Worte. Geschichten für ein besseres Leben“
Sonntag, 4. September, 10 Uhr
Liebe: „Das Buch von allen Dingen“ (2005) von Guus Kuijer (geb. 1942) und Lukas-Evangelium 15,1 -10, sowie „Ich will dich lieben, meine Stärke“ (Gesangbuch Lied 400)
Sonntag, 11. September, 10 Uhr
Tod: „Jedermann“ (2006) von Philip Roth (geb. 1933) und 1. Buch Mose 3,17-19 sowie „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ (Gesangbuch Lied 528)
Sonntag, 18. September, 10 Uhr
Gnade: „Zeichen am Weg“ (1965) von Dag Hammarskjöld (1905 -1961) und 2. Korinther-Brief 4,6 -11 sowie „Ach bleib mit deiner Gnade“ (Gesangbuch Lied 347)
Predigten: Pfarrer Michael Becker; Musik: Kantor Martin Wennig
Nähere Informationen:„Das Buch von allen Dingen“ (2005) des Niederländers Guus Kuijer (geboren 1942) steht am
Sonntag, 4. September, unter dem Begriff „Liebe“ im Mittelpunkt. Thomas, ein neunjähriger Junge, emanzipiert sich dank der Zuneigung zu dem Mädchen Elisa aus seiner streng religiösen Familie. Dabei verliert er nicht etwa den Glauben, sondern entwickelt seinen ganz eigenen Stil. Er unterhält sich direkt mit Jesus, als wäre dieser ein Mensch wie die Nachbarin von nebenan. 2007 wurde das „Buch von allen Dingen“ mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnet.
„Everyman“ – „Jedermann“ – hat der amerikanische Autor Philip Roth (geboren 1933) seinen 2006 erschienen kurzen Roman ganz bewusst in Anlehnung an die Personifikation des Jedermann in spätmittelalterlichen Mysterienspielen genannt. „Wollt Ihr so leben wie die namenlose Hauptfigur? Das fragt Roth uns“, sagt Becker über das Werk, das er am
Sonntag, 11. September, zum Thema „Tod“ vorstellt. Ein oberflächlich erfolgreicher Mann sträubt sich gegen das Älterwerden. Auf der Suche nach einem tieferen Sinn des Lebens geht es laut Becker „literarisch richtig zu Sache“.
Es ist weniger ein Ausflug in die Weltpolitik, wenn am
Sonntag, 18. September, das Tagebuch des UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld (1905-1961) unter dem Aspekt „Gnade“ im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht. „Zeichen am Weg“ hatte der Schwede seine Aufzeichnungen genannt, die nach seinem Tod bei einem Flugzeugabsturz – genau vor 50 Jahren in der Nacht vom 17. auf den 18. September 1961 – gefunden und 1965 veröffentlicht wurden. In dem spirituellen Tagebuch sucht Hammarskjöld immer wieder nach dem Sinn des Lebens und kommt zu dem Schluss: „Ich werde beschenkt“.
Information und Programm zur Reihe „Große Worte“ bei Pfarrer Michael Becker, Telefon 05 61 / 93 07-151, E-Mail becker.mz@ekkw.de