Hannelore Stracke bringt Leben in das „Pforten-Stübchen“ in Haus Salem – und seinen BewohnernVergessen Sie einmal alles, was Sie über die Pflege in Deutschland gehört haben und kommen Sie mit ins Haus Salem. Gehen Sie ruhig rein, ein Altersheim beißt nicht. Sind Sie durch die Glastür gekommen, sehen Sie als Erstes die Diakonisse Schwester Anna, die dort als Feierabendschwester lebt, in dem kleinen Stübchen rechts vom Eingang im Sessel sitzen. Ihr zugewandt eine blonde Mittsechzigerin, der Ihr Kommen aber nicht entgeht, sondern die Ihre Ankunft mit einem Strahlen quittiert. Schön, Besuch!
Ein Feeling für MenschenHannelore Stracke ist drei Mal in der Woche für ein paar Stunden für alte Menschen da. Sie hat Dienst im „Pforten-Stübchen“. Dieses Ehrenamt teilt sie sich mit sechs anderen Frauen, wobei die Schiffelbacherin die Jüngste ist. Die Single-Frau hat hier ihre Erfüllung gefunden: „Ich gehe beschenkt hier raus“. Früher war das Stübchen im Haus „Salem“, einer der Altenhilfeeeinrichtungen des Kurhessischen Diakonissenhauses, noch eine „richtige“ Pforte mit Telefon, Glasfensterchen zum Schieben und einem wohl aufgeräumten Schreibtisch. Doch der Raum wie auch die Menschen darin sind in die Jahre gekommen, auch die Ehrenamtlichen älter geworden.
Besser in Gesellschaft – bessere Gesellschaft?Heute ist das Stübchen Heimat auf Zeit für Heimbewohner, die sich gern in die Schnuddelecke zu den ehrenamtlichen Pförtnerinnen setzen, damit die Zeit in Gesellschaft besser vergeht: Ein Ort der Begegnung, der Begleitung, des Gesprächs, ein Punkt des Willkommen und Abschieds. Jemand, der da ist, wenn man nach Hause kommt. Der mal ein Kissen in den Rücken schiebt, oder ein Glas Wasser bringt. Aber vor allem: Lebensfreude. Wenn Stracke von „ihren Leutchen“, erzählt, ist das wie am warmen Ofen stehen. Wer ihr zuhört, spürt, wie geübt sie im Geben ist. Sie drückt es so aus: „ Ich habe noch so viel Reichtum zu geben…“ Ihre Mutter selbst starb vor zwei Jahren in einem Altersheim, da beschloss sie, weiterhin etwas da zu sein für alte Menschen, die sie so ins Herz geschlossen hatte. „Das ist nicht für jeden etwas, da kann man nicht halbherzig rangehen“, betont die Mutter zweier erwachsener Kinder. Es gehe auch darum, mal die Macken zu akzeptieren: „Man braucht hier ein Feeling für Menschen!“
Das Pforten-Stübchen braucht Nachwuchs„Ich kenne viele Häuser, aber so etwas wie bei uns gibt es nirgends“ fasst die Heim- und Pflegedienstleiterin Renate Thim-Meyer das Besondere an dem Angebot in Salem zusammen. In Zeiten, wo immer weniger Zeit bleibt für den einzelnen Bewohner, sind Freiwillige, die den Bewohnern Zeit schenken, das größte Glück. Doch die engagierte Salem-Chefin hat noch mehr Pläne. Sie sucht nicht nur neue Interessierte, die sich vorstellen könnten, den Salem-Bewohnern Zeit, Geduld und Gehör zu schenken – so wie es jetzt schon neben Hannelore Stracke, Irene Schubert, Ruth Müller, Annemarie Pfalzgraf, Elisabeth Schieblich, Elisabeth Klappert, Almut Leonhäuser und Ursula Topehlen tun.
Sie möchten auch die ehemalige Pforte als gemütliches Schnuddeleckchen mit Leben füllen:
Wir freuen uns über einen Anruf: Tel.: 0561 / 1002-4850..