11.04.18

Martina Tirre als Theologischer Vorstand eingeführt

STIFTUNG – Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes wurde Pfarrerin Martina Tirre als neuer Theologischer Vorstand der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel eingeführt. Die Einführung übernahm Landeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß. „Egal wo man ist, der Kern des Pfarrerseins bleibt der gleiche: Es geht um die Bezeugung der Frohen Botschaft von Jesus Christus“, betonte Brinkmann-Weiß.

Foto (v.l.):C. Schrauf, S. Kiefer, Dr. E. Schwarz, C. Joedt, M. Tirre, Sr. U. Graack, C. Brinkmann-Weiß

Martina Tirre erklärte gegenüber der Landeskirchenrätin ihre Bereitschaft, das Amt zu übernehmen. Die Kollegen und Mitarbeitenden der Stiftung und deren Einrichtungen erklärten sich bereit, Pfarrerin Tirre als Vorstand aufzunehmen und zu unterstützen. In ihrer Predigt stellte der neue Vortand drei Aufgaben für die Zukunft besonders heraus: Die Geschichte des Hauses habe ihre Wurzeln im diakonischen Auftrag. Dieser sei aber nichts Statisches, sondern müsse immer wieder ins Heute übersetzt werden. „Wie können wir für die Menschen heute diakonisch tätig sein?“ fragte der neue Vorstand. Auf die Suche nach Antworten wolle sie sich gemeinsam mit Kollegen und Mitarbeitenden, Kooperationspartnern und anderen diakonischen Trägern machen. Eine zweite Herausforderung sei es, auf die sich immer verändernden Bedingungen in Gesellschaft, Politik und Gesetzgebung einzugehen. Als Theologischer Vorstand sehe sie ihre Aufgabe darin, gemeinsam mit dem Kaufmännischen Vorstand und dem Aufsichtsrat die strategische Ausrichtung der Stiftung weiterzuentwickeln. Schließlich sei es Tirre ein Anliegen, gemeinsam mit Kooperationspartnern wie z.B. den AGAPLESION DIAKONIE KLINIKEN Kassel und anderen Trägern das Quartier und die damit verbundene Nutzung der Gebäude und der Ausrichtung der Stiftung zu planen. „An diesem Punkt möchte ich meine persönliche Stärke einbringen, Kontakte verschiedenster Prägung herzustellen und Netzwerke zu bauen“, so der neue Vorstand. Mit Blick auf den Leitspruch „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ (Hebr. 13,8) endete Tirre mit den Worten „Diakonie und Kirche sollten sich nie zu schade sein, neue Formen zu finden, um andere in dieses Gestern, Heute und in Ewigkeit hineinzunehmen und sie zu erreichen.“

Empfang und Grußworte

Beim anschließenden Empfang im Festsaal überbrachten Vertreter von verbundenen Einrichtungen ihre Segenswünsche zur Amtseinführung von Martina Tirre. Dr. Harald Clausen, juristischer Vorstand der Diakonie Hessen, sagte Tirre die Unterstützung des Landesverbandes zu. Christa Schrauf, Geschäftsführerin des Kaiserswerther Verbandes deutscher Diakonissen-Mutterhäuser, wies darauf hin, dass auf der Grundlage der 153-jährigen Geschichte das Diakonissenhaus unter den Bedingungen des gesellschaftlichen Wandels und den aktuellen sozialen Bedarfen der Menschen weiterentwickelt werden müsse. Sie freue sich, dass Martina Tirre die erste Frau im Amt eines Theologischen Vorstands sei und überbrachte Grüße des Verbandes. „Möge Ihnen bei Ihren vielfältigen Aufgaben der herausfordernde Balanceakt zwischen Wirtschaftlichkeit, Fachlichkeit und Diakonischer Identität gelingen und Freude machen“, so Schrauf.
Alfred Karl Walter, Geschäftsführer der AGAPLESION DIAKONIE KLINIKEN Kassel hieß Tirre als „Nachbar“ herzlich am Standort willkommen. „Wir freuen uns darauf, ein Miteinander erlebbar zu machen und gemeinsam nach vorne zu schauen“, so Walter. „Man verliert die Angst vor Veränderungen, wenn diese auf dem Boden der Tradition geschehen. Ich freue mich auf die gemeinsame Gestaltung des Campus!“ Als Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus ermutigte Christa Joedt die neue Vorständin, „die richtigen Fragen zu stellen und auf Kompetenzen zu hören, die es hier in großer Zahl gibt.“ Tirre sei eine Frau der Tat und des Herzens. Sie stehe fest in der Diakonie und Theologie. Stefan Kiefer, kaufmännischer Vorstand der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus, habe Respekt davor, dass Tirre sich trotz des Wissens um die Umbruchsituation des Hauses auf das Amt des Theologischen Vorstands eingelassen habe. „Ich bin mir sicher, unsere Zusammenarbeit wird in Ergänzung von kaufmännischem und theologischen Bereich und zum Wohle des Hauses gelingen“, so Kiefer.

Dr. Eberhard Schwarz als kommissarischer theologischer Vorstand verabschiedet

An diesem Festnachmitttag wurde Dr. Eberhard Schwarz nach fast zweieinhalbjähriger kommissarischer Tätigkeit als Theologischer Vorstand verabschiedet. „Sie haben diesen Dienst ehrenamtlich in bewegten Zeiten der Stiftung übernommen, obwohl Sie schon lange im Ruhestand waren. Dafür danken wir Ihnen von Herzen“, sagte Landeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß. Dr. Harald Clausen von der Diakonie Hessen bestätigte ihm Loyalität als herausragende Eigenschaft. Alfred Karl Walter von der AGAPLESION DIAKONIE KLINIKEN bedauerte, dass es nur eine kurze Zeit war, in der sie miteinander zu tun hatten: „Sie sind ein Berater und wunderbarer Ratgeber. Sie können Türen zu Menschen öffnen. Ich habe die Zeit mit Ihnen sehr genossen.“ Auch sein direkter Kollege, der Kaufmännische Vorstand, Stefan Kiefer, dankte Schwarz für die gemeinsame Arbeit: „Wir haben uns gut ergänzt, konnten aufeinander hören. Der Blickwechsel auf die Perspektive des jeweils anderen hat gut getan.“