11.09.17

Langjährige Mitarbeitende im Rahmen des 153. Jahresfestes mit Kronenkreuzen geehrt

STIFTUNG – Im Rahmen des 153. Jahresfestes wurden elf Mitarbeitende der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus sowie der Agaplesion Diakonie Kliniken für 15 und 25 Jahre Dienst in der Diakonie ausgezeichnet. Nach dem Gottesdienst wurde im Speisesaal des Mutterhauses bei Kaffee und Kuchen gefeiert. Gäste aus Kirche und Gesellschaft überbrachten ihre Glückwünsche den Jubilaren.

Reihe 1 v.l.: Dr. E. Schwarz, P. Meyer, J. Lorenz, C. Heitzer, B. Gerk Reihe 2 v.l. S. Fischer, V. Christa-Winciers, G. Rümmel, R. Lange Reihe 3 v.l. R. Rolof, S. Kiefer, I. Korndörfer-Cavallo, F. Francis, Dr. C. Berger-Zell, G. Fitz, C. Coenen-Marx

Pfarrerin Dr. Carmen Berger-Zell der Diakonie Hessen und Pfarrer Dr. Eberhard Schwarz vom Diakonissenhaus überreichten für 15 Jahre Mitarbeit das silberne und für 25 Jahre Mitarbeit das goldene Kronenkreuz der Diakonie. „Das Kronenkreuz besteht aus einem Kreuz und einer Krone. Es verbindet Not und Tod mit der Hoffnung und der Auferstehung. Es ist das Symbol, dass Gott mit Ihnen auf dem Weg ist“, so erklärte Berger-Zell das Zeichen. „Menschen beizustehen und sie in schwierigen Situationen zu begleiten, dafür braucht es Geduld, Ausdauer und Verständnis“, Berger-Zell weiter.

Geehrt wurden Irmgard Korndörfer-Cavallo (Silbernes Kronenkreuz), Susanne Fischer, Frank Francis, Bettina Gerk, Carmen Heitzer, Ramona Lange, Judith Lorenz, Petra Meyer, Rita Rolof, Gabriele Rümmel und Verena Christa-Winciers (alle Goldenes Kronenkreuz).

Beim Festakt mit Kaffee und Kuchen konnte der theologische Vorstand Pfarrer Dr. Eberhard Schwarz neben den Jubilaren mit ihren Angehörigen und den Diakonissen weitere Gäste begrüßen. Die neue Geschäftsführerin des Kaiserswerther Verbandes, Pfarrerin Christa Schrauf, erinnerte daran, dass sich diakonisches Handeln immer in der Spannung zwischen Wirtschaftlichkeit und Fachlichkeit befinde. Trotz dieses Schmerzes bringe es immer auch Erfüllung. In Vertretung für Oberbürgermeister Christian Geselle sprach Stadträtin Gabriele Fitz. Die gelernte Kinderkrankenschwester wisse aus eigener Erfahrung um die Schwierigkeiten, die soziale Berufe mit sich bringen. „25 Jahre bei einem Arbeitgeber ist keine Selbstverständlichkeit!“ Eine gute Betreuung von Kranken und Alten könne man mit Geld nicht kaufen, „sondern es braucht Menschen, die es gerne machen“. Glückwünsche aus dem Landeskirchenamt überbrachte Pfarrerin Martina Tirre. „Was Sie hier tun ist ein Schatz, den wir nicht missen wollen. Sie sind es, die Jesu Menschenfreundlichkeit für jeden Einzelnen Realität werden lassen.“ sagte Tirre den Jubilaren zu. In der Pflege und Betreuung solle es um den Menschen gehen, doch oft gehe die Menschlichkeit verloren. Das sei auch die Folge von Personaleinsparungen. „Sparen wir da nicht an der falschen Stelle?“ fragte Tirre nachdenklich. 

Acht der elf Jubilare sind Mitarbeiter des früheren Diakonissenkrankenhauses, jetzt Agaplesion Diakonie Kliniken. Die Pflegedienstdirektorin Cornelia Reissner dankte im Namen der Klinik den Mitarbeitenden: „Sie haben in all den Jahren sehr viel mitgetragen. Deswegen wollte ich Ihnen hier einfach auch danke sagen!“

Stefan Kiefer, der kaufmännische Vorstand der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus, wies darauf hin, dass es an diesem Nachmittag viele Gründe zum Feiern, Danken und Würdigen gebe. Gleichzeitig befinde sich die Stiftung mit ihren Einrichtungen auch in sehr bewegten Zeiten. „Uns bewegen die Fragen, wie es mit unseren Pflegeeinrichtungen weitergehen kann und in welcher Struktur die Einrichtungen der Stiftung künftig weiterarbeiten werden.“ Ziel sei es, dass das Werk des Diakonissenhauses in Ruhe und Kontinuität weitergehen könne, damit Zukunft gelinge.

Oberkirchenrätin a.D. Cornelia Coenen-Marx hielt die Festpredigt im Gottesdienst. Sie predigte zu einem Text aus dem Markusevangelium, in der Jesus die Frage nach Mutter und seinen Brüdern stellt. „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“, so seine Antwort.
Coenen-Marx ging in ihrer Predigt der Frage nach der Bedeutung der Familie nach. Wo finden wir diese, wer gehöre dazu und wer nicht? Die Gesellschaft wandle sich rasant, Familien seien überfordert, man spreche von einem Drittel Abgehängter. „Kommunen, Kirchengemeinden, Schulen und Unternehmen sind gefragt, Verantwortungsstrukturen neu zu beleben.“ forderte Coenen-Marx. „Wo Kinder und Enkel weit weg wohnen, brauchen gerade ältere Menschen Freunde und Wahlfamilien. Die Kirche hat hier eine besondere Aufgabe.“, so Coenen-Marx weiter. Familie sei Heimat in einer mobilen Gesellschaft. Seit der Geschichte mit Jesus wissen wir, dass die Form nicht so entscheidend sei, es gehe um den Geist der Offenheit, der Großzügigkeit und der Fürsorge.

Den Gottesdienst gestaltete Kirchenmusiker Martin Forciniti mit seinem Chor mit, den Festakt im Speisesaal des Mutterhauses umrahmte der Instrumentalkreis von Schwester Helga.