19.03.19

Haustechniker geht nach fast 33 Jahren im Diakonissenhaus in den Ruhestand

STIFTUNG – „Ich habe 1985 eine Bewerbung geschrieben und dann fast ein Jahr nichts gehört“, erinnert sich Gottfried Löber. Schließlich meldete sich das Diakonissenhaus doch noch und er habe sich dem Verwaltungsleiter und der Oberin vorgestellt. Im Sommer 1986 hat der gelernte Dachdecker dann im Diakonissenhaus begonnen. In wenigen Tagen geht er nach fast 33 Jahren Dienst in den Ruhestand.

Gottfried Löber

Zunächst ging er dem Gärtner zur Hand. In den Gärten der Liegenschaften gab es unzählige Hecken. Rosen und Beete. Auch die Gräber auf dem Wehlheider Friedhof wurden gepflegt und bepflanzt. „Der größte Garten war im Franz-Vetter-Haus“, erzählt Löber. Dort gab es viele Obstbäume und –sträucher. Gemeinsam mit den Diakonissen wurde dort geerntet und die Früchte wurden in der Mutterhausküche weiterverarbeitet. Mehrmals im Jahr gingen sie auch in den Garten und schnitten die Blumen. Löber: „Jede Schwester hat ein Sträußchen aus dem Garten bekommen“.

Nach zwei Jahren wechselte Löber in die Haustechnik. „Damals lebten noch 176 Schwestern“, so der scheidende Mitarbeiter. „Im Team waren wir zwei Schlosser, ein Schreiner, ein Gärtner, drei Maler, ein Malerlehrling, eine Sanitärfachkraft, ein Elektriker, ein Polsterer und ein Dekorateur“. Löber erzählt weiter: „Im Herbst sind wir Erntegaben gefahren. Pro Tag haben wir fünf bis sieben Kirchengemeinden in und um Kassel angefahren.“ Dort sammelten sie gemeinsam mit einer Diakonisse Gemüse, Kartoffeln, Kraut, Möhren, Kaffee und Brot ein. Damit wurde dann in der Mutterhausküche gekocht. Die Gaben kamen hauptsächlich aus den Gemeinden, in denen früher Gemeindeschwestern waren. Mit der Zeit sei es dann immer weniger geworden. „Die Menschen hatten keinen Bezug mehr zum Diakonissenhaus“, so erklärt es Löber.

Gerne erinnert er sich auch an die Jahresfeste, die früher in der Friedenskirche gefeiert wurden: „ Da kam die Post und hat alles mit einer Standleitung ins Mutterhaus und ins Diakonissenkrankenhaus übertragen.“ Zu seinen weiteren Aufgaben gehörten die Dienste für die Diakonissen: Wechseln der Glühbirnen, Reparaturen in den Appartements und Umzüge der Schwestern von einer Gemeindestation zur nächsten oder zurück ins Mutterhaus. „Ich habe sehr gerne für die Diakonissen gearbeitet“, beteuert er. „Die frühere Oberin Luise Schäfer hat immer betont, dass die Techniker „ihre“ Männer seien“, schmunzelt Löber. Er hatte mit den Diakonissen auch viel Spaß. Z.B. wenn sie sich beim Aufbauen des Weihnachtsbaumes gegenseitig erinnerten, dass das Grüne nach vorne müsse.

Häufig wurde der scheidende Haustechniker auch im Lenchen-Heitmann-Haus eingesetzt. Dort kochte eine Diakonisse für ihn und seine Kollegen. „Da gab es auch mal Löwenzahnsalat mit Gänseblümchenblättern. Sie hatte alles aus dem Garten verwertet.“

Während seiner Zeit im Diakonissenhaus hatte Löber eine Kesselwärterprüfung und einen Lehrgang zur Feuerlöscherprüfung absolviert. Er berichtet, dass es früher noch das Kesselhaus mit zwei Dampfkesseln gab. Einer davon konnte mit Gas und Öl betrieben werden. Wenn das Gas im Winter knapp wurde, musste er den Kessel auf Öl umstellen, bevor das Gas abgeschaltet wurde.

Dass das Diakonissenhaus ein christliches Haus ist, war Löber von Anfang an wichtig: „Früher sind wir mit dem gesamten Technik-Team gemeinsam montags immer in die Andacht gegangen.“ Heute sei das nicht mehr so.  „Das Schöne im Diakonissenhaus war, dass es nie langweilig wurde. Jeder Tag war anders und neu. Ich bin immer sehr gerne hier her gekommen“, resümiert der künftige Rentner. Im Ruhestand werde es ihm nicht langweilig. Im Haus und im Garten gebe es immer etwas zu tun.

Wir wünschen ihm Gottes Segen für den kommenden Lebensabschnitt.