22.10.18

Diakonissenhaus feiert Einsegnungsjubiläen und Jahresfest

STIFTUNG – Das Kurhessische Diakonissenhaus konnte in diesem Jahr nicht nur das 154. Jahresfest sondern auch verschiedene Jubiläen der Diakonissen und Diakonischen Schwestern feiern. 50, 60 oder 65 Jahre sind vergangen, seit diese acht Frauen den jeweiligen Gemeinschaften beigetreten sind. Im Rahmen eines Gottesdienstes und beim anschließenden Essen feierten die Jubilarinnen mit ihren Mitschwestern, Gästen und den Vertretern des Diakonissenhauses.

Die Diakonissen Ursula Graack, Anni Kleimann, Annemarie Pfetzing und Anni Traube feierten ihr 60-jähriges Einsegnungsjubiläum. Diakonisse Inge Euler wurde vor 50 Jahren eingesegnet. Die Diakonischen Schwestern Rosemarie Lätsch und Elfriede Wagner traten vor 65 Jahren der Schwesternschaft bei, die Diakonische Schwester Waltraud Pape vor 50 Jahren.

„Wir wollen Gott für die fünf Diakonissen und drei diakonischen Schwestern, die heute einen bedeutsamen Jahrestag feiern, danken“, so Pfarrerin Martina Tirre, Vorstand der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus, zu Beginn des Gottesdienstes. „Gott sei Dank für die Wege, auf denen er Sie hierhergeführt hat. Gott sei Dank für Ihren Dienst an Ihren Mitmenschen, für den Segen, der von Ihnen ausgegangen ist, wo immer er Sie hingestellt hat“, so Tirre weiter.

Die Festpredigt hielt Oberin Annegret Bachmann von der Diakonissenhausstiftung in Eisenach. Zu dieser Gemeinschaft pflegt das Diakonissenhaus Kassel seit mehreren Jahrzehnten einen engen Austausch. Die Oberin erzählte davon, dass 1982 der von der Kasseler Diakonisse Helga Mantels vertonte Vers aus Psalm 31 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ über die Grenze ins Diakonissenhaus nach Eisenach kam. Dort träumten die Schwestern von Weite und Freiheit und sangen begeistert dieses Lied. Die Festpredigerin wies darauf hin, dass die Menschen in der Bibel wie auch die Menschen heute Situationen kennen, in denen das Herz eng werde, wo wir nicht weiterschauen können, als auf unsere Sorgen. „In aller Anfechtung kommt David Gott in Psalm 31 ganz nahe. Er kann Gott seine Not klagen und gleichzeitig für seine Wunder loben. Denn er weiß, dass es Gott ist, der alles in seinen Händen hält“, so Bachmann. „Und die Spanne aus Vergangenheit und Zukunft ist der weite Raum, in dem wir leben. Es ist der weite Raum, in den Gott uns stellt und er unseren Weg mit uns geht.“

Christa Joedt, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus, überbrachte Grüße von Aufsichtsrat und Kuratorium. „Diejenigen, die Diakonisse geworden sind, stellten ihren Dienst an der Mutterhausdiakonie und den Menschen vor die Möglichkeit, selbst eine Familie zu gründen“, erinnerte Joedt. „Wir in den Gremien des Kurhessischen Diakonissenhauses danken Ihnen, den Diakonissen, dass Sie sich in die Gemeinschaft der Mutterhausdiakonie haben rufen lassen. Und wir schätzen all Ihre Arbeit in den vielen Jahren Ihrer Diakonissenschaft sehr hoch. Wir danken Ihnen für die Lebenszeit und Lebenskraft, die Sie als Diakonisse diesem Haus geschenkt haben.“ Den Diakonischen Schwestern dankte die Aufsichtsratsvorsitzende ebenfalls für ihre Kraft, ihre Kompetenz, ihre Liebe zu den Menschen. „ Auch Sie sind eine feste Stütze in dem gemeinsamen Haus Kurhessisches Diakonissenhaus.“

„Welche angesammelte berufliche Qualifikation verbirgt sich hinter unseren heutigen Jubilarinnen?“, fragte Dr. Eberhard Schwarz, der als ehemaliges Aufsichtsratsmitglied und ehemaliger Theologischer Vorstand der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus verbunden ist. Er dankte den Jubiläumsschwestern „für die Zeit, die Sie mit den Menschen zugebracht haben.“ Sie haben mit ihrem Dienst in der Krankenpflege, als Gemeindeschwester, im Kinderheim, in der Kirche, als Kinderkrankenschwester oder als stellvertretende Oberin zahlreiche Menschen gesegnet und sind ihnen zum Segen geworden. „Dieser Segen bleibt!“, so Dr. Schwarz.

Als ehemalige Oberin dankte Schwester Helga Mantels den Jubilarinnen für alles, was sie getan haben. „Ich habe in der ganzen Zeit erlebt, dass Sie nicht nur Aufgaben erledigt haben, sondern dies mit Hingabe gemacht haben.“ Liebe zu den Menschen und Empathie zeichnen ihre Dienste aus.

„Wir feiern den Entschluss zu einem ganzheitlichen Leben in Gemeinschaft. Dieser verpflichtete zu Treue und Liebe zur Mutterhausdiakonie“, sagte Schwester Ursula Graack als Vertreterin der Jubiläumsschwestern. Sie dankte dem Mutterhaus und allen leitenden Personen, die die Schwestern in den letzten Jahrzehnten so gut begleitet haben. „Jetzt im Feierabend können wir v.a. den Gebetsdienst übernehmen“, versprach die Diakonisse. Sie wünsche sich, dass das Kurhessische Diakonissenhaus trotz der Veränderungen in Kirche, Gesellschaft und Politik weiter ein Haus des Segens ist. Dem aktuellen Vorstand Pfarrerin Martina Tirre und ihren Mitarbeitenden wünschte sie „viel Weisheit, Fantasie und Mut, die Zukunft des Hauses unter der Führung Gottes zu gestalten.“

Bereits am Samstag trafen sich die Jubiläumsschwestern mit Vorstand Pfarrerin Martina Tirre zu einer Geistlichen Rüstzeit mit Feier des Abendmahls. Am Nachmittag tranken die Diakonissen gemeinsam mit den Diakonischen Schwestern Kaffee und erinnerten sich an die gemeinsamen Jahre.

Foto: v.l.: Vorstand Pfarrerin Martina Tirre, Schwester Annemarie Pfetzing, Schwester Rosemarie Lätsch, Schwester Anni Kleimann, Schwester Elfriede Wagner (Rollstuhl), Schwester Anni Traube, Schwester Inge Euler, Schwester Waltraud Pape (Rollstuhl), Schwester Ursula Graack, Oberin Annegret Bachmann (Eisenach)