30.10.19

155. Jahresfest und zwei Einsegnungsjubiäen gefeiert

STIFTUNG - Vor 65 Jahren wurden Schwester Emmi Herrmann (89) und Schwester Erika Hoffmann (99) als Diakonisse eingesegnet. Dieses diamantene Jubiläum sowie das 155. Jahresfest feierte das Diakonissenhaus mit zahlreichen Gästen. Die Festpredigt hielt Kirchentagspastor Arnd Schomerus aus Fulda.

v.l.: Sr. Erika Hoffmann, Sr. Emmi Herrmann

Schwester Emmi Herrmann trat am im Mai 1948 mit 18 Jahren als Schülerin ein, im September 1948 wurde sie Probeschwester und 1954 als Diakonisse eingesegnet. Ihr Name ist fest mit der Apotheke und der Arzneimittelausgabe verbunden, in der sie über 30 Jahre lang arbeitete. Danach wurde Schwester Emmi das Gesicht des Schwesternbüros wo sie bis heute immer wieder eine Hilfe ist.

Schwester Erika Hoffmann trat im Dezember 1946 mit 27 Jahren als Schülerin ein, wurde im März 1947 Probeschwester und 1954 eingesegnet. Sie arbeitete auf diversen Stationen im Krankenhaus und als Hausmutter im Lenchen-Heitmann-Haus in Bad Emstal-Sand. Schwester Erika, die in wenigen Tagen 100 Jahre alt wird, lebt im Feierabend im Agaplesion Haus Salem.

Geistliche Rüstzeit am Vortag

Die Diakonissen trafen sich bereits am Tag vor dem Jahresfest zu einer geistlichen Rüstzeit. Vorstand Pfarrerin Martina Tirre kam mit den Schwestern anhand einer Bibelstelle aus dem Korintherbrief über das Thema Gemeinschaft ins Gespräch. Alle seien ein Leib mit vielen Gliedern, miteinander in Freude und Leid verbunden. Als Diakonissengemeinschaft mit den beiden Jubilarinnen feierten sie gemeinsam das Abendmahl.

Festgottesdienst zum Jahresfest und der Einsegnungsjubiläen

Kirchentagspastor Arnd Schomerus, der sich an seine Tante „Oberin“ mit Haube und Tracht aus Berlin erinnerte, predigte im Festgottesdienst über den Zusammenhang von Glauben und christlichem Wirken. In einem fiktiven Gespräch zwischen dem Verfasser des Jakobusbriefes und Martin Luther wies er darauf hin, dass wir durch Gottes Gnade gerechtfertigt sind, Gott uns aber auch aufgetragen hat, zu handeln. Das sei gelebte Nächstenliebe. Als erstes sehe Gott uns freundlich an. Unser Glaube zeige sich in der Welt „indem wir das teilen, was uns geschenkt ist: unser Brot, unser Wissen, unsere Ideen, unsere Liebe.“ In dem, wie wir miteinander umgehen werden, „im Kleinen und im Großen, evangelisch oder katholisch, deutsch oder syrisch, schwarz oder weißt, spiegelt sich die Liebe Gottes,“ so Schomerus. Die Jubiläumsschwestern haben in ihren vielen Jahren „dafür gesorgt, dass Nächstenliebe zum Anfassen ist und lebendiger Glaube nah bei den Menschen sein kann.“

Vorstand Pfarrerin Martina Tirre verabschiedete in diesem Gottesdienst zum Jahresfest auch das Kuratorium. Durch eine Satzungsänderung der Stiftung wurden die Organe der Stiftung verkleinert.

Grußworte im Festsaal

Die Festgemeinde feierte nach dem Gottesdienst beim anschließenden Mittagessen weiter. Die Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung, Christa Joedt, konnte nicht am Festtag teilnehmen, gratulierte aber durch ein verlesenes Grußwort den Jubiläumsschwestern. „Sie sind Ihrem Ruf, Ihrer Berufung gefolgt und blicken heute hoffentlich mit Freude auf diese vergangene Zeit zurück“, schreibt Joedt. „Wir danken Ihnen dafür, dass Sie sich in Ihren Dienst haben rufen lassen und ihn all die Jahre in aktiver Zeit und auch noch als Feierabendschwestern mit großer Kraft getan haben.“

Vertrauensschwester Ursula Graack verwies in ihrem Grußwort in Anlehnung auf das Psalmwort „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ auf die unterschiedlichen Räume, die sich der Stiftung und der Schwesternschaft in den langen Jahren erschlossen haben. In der Ausübung der unterschiedlichen Dienste und Begegnungen mit Menschen. „Und heute – ein weiter Raum?“, fragte die Diakonisse. Erfahre doch der äußere Raum mehr und mehr körperliche und räumliche Begrenzungen, darf sich der innere Raum immer mehr weiten zu Gott hin. „Die Weite des Herzens schafft Raum für Gedanken des Friedens und des Dankes.“

Unter den Gästen war auch der ehemalige theologische Vorstand Pfarrer Karl Leonhäuser. Er erzählte spontan von seiner Zusammenarbeit mit Sr. Emmi Herrmann und erinnerte sich gerne an die gemeinsame Zeit. Auch eine ehemalige Diakonisse ergriff das Wort und erinnerte sich an die Zeit im Diakonissenhaus, wo sie oft das hilfreiche Gespräch mit Sr. Emmi Herrmann gesucht habe.

Die Diakonische Schwester Sigrid Köble, die inzwischen in Süddeutschland lebt, feierte 60 Jahre Zugehörigkeit zur Diakonischen Schwesternschaft. Sie konnte leider bei dem Fest aufgrund der Entfernung nicht teilnehmen.